Ville Lenkkeri - The Place of No Roads

Ville Lenkkeri - The Place of No Roads

Exhibition: 23 September – 25 October, 2009
Address: Bergstr. 22, 10115 Berlin-Mitte

Gallery TaiK Berlin is delighted to announce the exhibition with Helsinki School artist Ville Lenkkeri.

Press release in German:
Die Ausstellung zeigt Aufnahmen, die der finnische Fotograf Ville Lenkkeri in der nahezu verlassenen sowjetischen Bergarbeiterstadt Pyramiden auf Spitzbergen gemacht hat. Die Inselgruppe im nördlichen Polarmeer verfügte über reiche Kohlevorkommen, so auch das bis vor einigen Jahren von Russland verwaltete Bergarbeiterstädtchen mit dem interessanten Namen „Pyramiden", das Lenkkeri nur mühevoll erreichen konnte.

Seine Reise zu dem äußerst abgelegenen Ort, zu dem keine Straßen führen und der nur per Schiff zu erreichen ist, glich einer Expedition. Die Einwohner von Pyramiden wurden zu Sowjetzeiten und auch in der russischen Ära danach jeweils für die Dauer von zwei Jahren hier angesiedelt. In der Stadt wurde kein Geld verwendet, da man mit den nötigen Dingen versorgt wurde und der Lohn erst nach Ablauf der zwei Jahren ausgezahlt wurde. Alle waren somit finanziell gleichgestellt.

Zu seiner Überraschung stellte Lenkkeri fest, dass die äußerste Abgelegenheit des Ortes kein Nachteil gewesen zu sein scheint. Der „place of no roads" erschien ihm vielmehr als sich selbst genügende, zufriedene Gemeinschaft.

Lenkkeris Arbeit ist keine „objektive" Dokumentation des Ortes, seines heutigen Zustandes oder der Zeugnisse seiner Vergangenheit. Vielmehr erweist sich der Umgang des Fotografen mit dem Vorgefundenen als kreativ und poetisch. Beispielsweise arrangiert er eine Lenin-Gesamtausgabe, von der, wie er bemerkte, nur die Bände 13 und 53 fehlten, in einem leerstehenden Büro auf einem Tisch unter einer vertrockneten Blume: „I guessed the books must have been there at one time anyway, or at least they should have been." In der Dialektik von Idealisierung und Dramatisierung auf der einen, wahrhafter Abbildung auf der anderen Seite entfaltet der Fotograf das Panorama eines Ortes, der außerhalb unserer Welt zu existieren scheint.

Zur Ausstellung ist ein gleichnamiges Buch im Hatje Cantz Verlag erschienen mit einem äußerst lesenswerten Text des Künstlers.